18. März 2022 | Regensburg

bayernhafen Regensburg ist die Güterdrehscheibe für Ostbayern

Geschäftsjahr 2021 bayernhafen Regensburg: 2,79 Mio. t Güterumschlag per Binnenschiff und Bahn, 95 % des Vorjahresvolumens; Kombinierter Verkehr mit Umschlag-Plus von 20,6 %; eigene Investitionen von rund 2,4 Mio. Euro

Regensburg, 17. März 2021 – bayernhafen bündelt verschiedene Güter und verlagert Langstreckenverkehre mit der passenden Infrastruktur weg von der Straße auf die beiden umweltfreundlicheren Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn. So schlug bayernhafen 2021 über seine sechs Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau insgesamt 9,15 Mio. Tonnen Güter per Schiff und Bahn um – das ist ein Plus von 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies entspricht rund 535.000 eingesparten Lkw-Fahrten.

Im bayernhafen REGENSBURG wurden 2021 per Schiff und Bahn 2,79 Mio. Tonnen Güter umgeschlagen und damit rund 95 % des Vorjahresvolumens.

Für eine zuverlässige Versorgung der Region und einen umweltfreundlicheren Güterverkehr per Schiff und Schiene braucht es unsere Binnenhäfen mit ihrer Infrastruktur.

Joachim Zimmermann,
bayernhafen Geschäftsführer

Der Bahngüterumschlag 2021 betrug im bayernhafen Regensburg 1,482 Mio. t, das ist ein Zuwachs von 8,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Per Schiff wurden in Regensburg, dem im Schiffsgüterumschlag in ganz Bayern führenden Hafen, 1,303 Mio. t umgeschlagen, das sind 16,1 % weniger als im Vorjahr – maßgeblich dafür ist, dass aufgrund der im Mehrjahresvergleich guten Wasserstände der Donau kaum Leichterungen (Umschlag Schiff-Schiff) bei überregionalen Schiffstransporten in den beiden Donauhäfen Regensburg und Passau erforderlich waren.

Ein beachtliches Plus gab es beim Kombinierten Verkehr, der im Vergleich zum Vorjahr in Regensburg um 20,6 % zulegte. 2021 wurden 99.047 TEU (twenty foot equivalent unit) umgeschlagen. Neben Containern im Seehafenhinterlandverkehr gehören dazu Wechselbrücken und Sattelauflieger im kontinentalen Verkehr – ein Segment mit weiterem Wachstumspotenzial. Durch den Ausbau des Containerterminals wird der Kombinierte Verkehr weiter gestärkt. Für den Umschlag von Wechselbrücken und Sattelaufliegern gibt es ein eigenes Terminal, den Trailerport.

Den größten Anteil an der Schiffstonnage machten Agrargüter aus, gefolgt von Metallerzeugnissen, Erzen und Baustoffen. Auch hochwertiges Schwergut wie Trafos wurde aufs Binnenschiff verladen und startete von Regensburg Richtung Weltmarkt.

Hauptumschlaggüter per Bahn waren Container und Baustoffe sowie Brennstoffe. So läuft die Versorgung mit Heizöl für Haushalte und Kraftstoffen für Tankstellen über das VARO-Tanklager im bayernhafen Regensburg.

„In jeder unserer Standort-Regionen sind wir Güter-Drehscheibe für Import und Export und Motor der regionalen Wirtschaft. Für eine zuverlässige Versorgung der Region und einen umweltfreundlicheren Güterverkehr per Schiff und Schiene braucht es unsere Binnenhäfen mit ihrer Infrastruktur“, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer bayernhafen, „Grundlage dafür sind langfristige Investitionen in die trimodale Hafeninfrastruktur und die konzentrierte Ansiedlung von Logistikunternehmen. Daher kann es nur eine klare Absage dafür geben, funktionierende Hafenflächen durch Nutzungsänderungen der Nachbarschaft einzuschränken oder Hafenflächen in größerem Stil gar anderweitig zu nutzen. Bestehende Beeinträchtigungen müssen im Sinne einer gegenseitigen Rücksichtnahme minimiert werden.“

Nicht einschätzbar ist derzeit für bayernhafen das Ausmaß der wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und damit auf die Logistikbranche und die internationalen Lieferketten – sei es bei Container-Verkehren, im Agrarbereich oder bei der Versorgung mit Rohstoffen für die Industrie.

Nur durch die Umnutzung von Bestandsflächen und die Zusammenlegung von aufgegebenen Logistikflächen können noch große Areale für besondere Logistikprojekte zur Verfügung gestellt werden.

Andrea Betz,
Leiterin Immobilienwirtschaft im bayernhafen Regensburg

Knotenpunkt auch in der Energiewende

Für das Projekt SuedOstLink, das Bayern mit Strom aus nord- und ostdeutscher Windenergie versorgen soll, werden seit Januar 2022 per Binnenschiff Kabeltrommeln nach Regensburg transportiert. Die nahe Paris produzierten Trommeln tragen jeweils ca. 1,75 km Erdkabel und haben ein Gewicht von bis zu 80 Tonnen. Über den Schwerlastkai erfolgt der Umschlag per Raupenkran durch die im Hafen ansässige Firma Schmidbauer. Für das Projekt ist in Bayern TenneT als Übertragungsnetzbetreiber zuständig ist. Die Lagerung der Kabeltrommeln im bayernhafen Regensburg wurde durch die Revitalisierung einer bestehenden Logistikfläche ermöglicht.

Ein aktuelles Beispiel dafür, wie bayernhafen als Standort-Architekt beim Flächenmanagement auf Flächenrecycling statt Flächenverbrauch setzt. Nur durch die Umnutzung von Bestandsflächen und die Zusammenlegung von aufgegebenen Logistikflächen können noch große Areale für besondere Logistikprojekte zur Verfügung gestellt werden“, so Andrea Betz, Leiterin Immobilienwirtschaft im bayernhafen Regensburg.

Mit Blick auf die Verkehrs- und Energiewende ergänzt Stefan Ring, Leiter Technik und Betrieb im bayernhafen Regensburg: „Auch wir sind bei Neuanschaffungen in unserem Fahrzeug- und Maschinenbereich immer bestrebt, entsprechend aktueller Antriebstechnologien, bester Abgasnormen und höchster Energieeffizienz zu beschaffen“. So sind die Hafenmeister seit 2021 per Elektrofahrzeug unterwegs und die Ladeinfrastruktur für Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge wurde ausgebaut.

Wir sind bei Neuanschaffungen in unserem Fahrzeug- und Maschinenbereich immer bestrebt, entsprechend aktueller Antriebstechnologien, bester Abgasnormen und höchster Energieeffizienz zu beschaffen.

Stefan Ring,
Technik und Betrieb im bayernhafen Regensburg

Das hohe Investitionsniveau der Vorjahre setzte bayernhafen auch 2021 fort und stieß in Regensburg über mehrere Jahre laufende Investitionen in die Vorbereitung von Flächen und in seine Hafeninfrastruktur von rund 2,4 Mio. Euro an. Die für 2022 vorgesehenen Investitionen bewegen sich weiterhin auf diesem Niveau.

 

Artenschutz durch Ökokonto gestärkt

bayernhafen führt für weitere bauliche Entwicklungen ein Ökokonto. So kann der erforderliche naturschutzfachliche Ausgleich vorzeitig durchgeführt und bevorratet werden. Auf eigenen, rund 16 ha großen Flächen zwischen der Äußeren Wiener Straße und dem südlichen Donauufer werden die Flächen abschnittsweise angelegt.

Geeignete Flächen werden aus naturschutzfachlicher Sicht aufgewertet, z.B. durch Umwandlung bisheriger Ackerflächen in auentypische Gehölzbestände und extensive Grünlandbereiche. In zukünftigen baurechtlichen Verfahren können Ökokonto-Flächen dann zu Ausgleichs- oder Ersatzflächen umgewidmet werden.

Die Kombination aus Flächen und Infrastruktur macht den bayernhafen Regensburg zu einem starken Ankerpunkt für Unternehmen und zur Güterdrehscheibe für Ostbayern. Grundvoraussetzung ist die klare Abgrenzung zwischen Hafen und Wohnen im Sinne einer verträglichen Nachbarschaft. Beim laufenden Bebauungsplanverfahren für den Westhafen / Ölhafen geht es darum, aus der historisch gewachsenen Gemengelage Rechts- und Planungssicherheit zu erreichen – für die Hafenkunden wie auch für die Nachbarn.