11. März 2022 | bayernhafen

„Für eine zuverlässige Versorgung und einen umweltfreundlicheren Güterverkehr braucht es Binnenhäfen mit ihrer Infrastruktur“

Geschäftsjahr 2021: 9,15 Mio. t Güterumschlag per Binnenschiff und Bahn, das ist ein Plus von 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Kombinierter Verkehr mit Umschlag-Plus von 22 % und damit knapp unter der 500.000 TEU-Marke.

Der kumulierte Bahn- und Schiffsgüterumschlag von bayernhafen beträgt 9,15 Mio. t Güter im Jahr 2021. Zu bayernhafen gehören die sechs Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Passau und Regensburg (hier im Bild). Bildquelle: bayernhafen / M. Ziegler

Regensburg, 10. März 2022 – bayernhafen bündelt Gütermengen und verlagert Langstreckenverkehre mit der passenden Infrastruktur weg von der Straße auf die beiden umweltfreundlicheren Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn. So schlug bayernhafen 2021 über seine sechs Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau insgesamt 9,15 Mio. Tonnen Güter per Schiff und Bahn um – das ist ein Plus von 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies entspricht rund 535.000 eingesparten Lkw-Fahrten.

Für eine zuverlässige Versorgung der Region und einen umweltfreundlicheren Güterverkehr per Schiff und Schiene braucht es unsere Binnenhäfen mit ihrer Infrastruktur.

bayernhafen Geschäftsführer
Joachim Zimmermann

Der Bahngüterumschlag 2021 betrug 6,396 Mio. t, das ist ein Zuwachs von 14,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Schiffsgüterumschlag betrug 2,755 Mio. t, das sind 12,8 % weniger als im Vorjahr – maßgeblich dafür ist, dass aufgrund der im Mehrjahresvergleich guten Wasserstände der Donau kaum Leichterungen (Umschlag Schiff-Schiff) bei überregionalen Schiffstransporten in den beiden Donauhäfen Regensburg und Passau erforderlich waren. Per Schiff und Bahn werden z.B. Agrargüter, Baustoffe, Nahrungsmittel, Brennstoffe, Recyclinggüter, Mineralien und Industriegüter wie Maschinen und Automotivteile sowie Schwergut wie Trafos transportiert.

Ein deutliches Plus gab es beim Kombinierten Verkehr, der im Vergleich zum Vorjahr um 22 % zulegte. 2021 wurden über alle bayernhafen-Standorte 492.726 TEU (twenty foot equivalent unit) umgeschlagen. Neben Containern im Seehafenhinterlandverkehr gehören dazu zunehmend Wechselbrücken und Sattelauflieger im kontinentalen Verkehr – ein Segment mit weiterem Wachstumspotenzial. Durch die Investitionen in den Ausbau der Terminals in den bayernhafen-Standorten Nürnberg und Regensburg wird der Kombinierte Verkehr weiter gestärkt.

„In jeder unserer Standort-Regionen sind wir Güter-Drehscheibe für Import und Export und Motor der regionalen Wirtschaft. Für eine zuverlässige Versorgung der Region und einen umweltfreundlicheren Güterverkehr per Schiff und Schiene braucht es unsere Binnenhäfen mit ihrer Infrastruktur“, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer bayernhafen, „Grundlage dafür sind langfristige Investitionen in die trimodale Hafeninfrastruktur und die konzentrierte Ansiedlung von Logistikunternehmen. Daher kann es nur eine klare Absage dafür geben, funktionierende Hafenflächen durch Nutzungsänderungen der Nachbarschaft einzuschränken oder Hafenflächen in größerem Stil gar anderweitig zu nutzen. Bestehende Beeinträchtigungen müssen im Sinne einer gegenseitigen Rücksichtnahme minimiert werden.“

Wie bei der Verkehrswende werden unsere Binnenhäfen auch bei der Energiewende in den Netzsystemen eine entscheidende Rolle spielen.

bayernhafen Geschäftsführer
Joachim Zimmermann

„Von der neuen Bundesregierung erwarten wir zur Förderung des multimodalen Verkehrs Planbarkeit und Verlässlichkeit“, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer bayernhafen, „wir brauchen gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Verkehrsträger. Für zeitkritische Verkehre ist die Schiene prädestiniert, dafür braucht es ausreichend Kapazität bei den Bahntrassen im Netz. Bei Massengütern und Schwergut kann das Binnenschiff seine Stärken ausspielen.“ Neue Chancen sieht Zimmermann bei den regenerativen Energien wie durch den Transport und Lagerung von grünem Wasserstoff und synthetischen Fuels: „Wie bei der Verkehrswende werden unsere Binnenhäfen auch bei der Energiewende in den Netzsystemen eine entscheidende Rolle spielen.“

Nicht einschätzbar ist derzeit für bayernhafen das Ausmaß der wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und damit auf die Logistikbranche und die internationalen Lieferketten – sei es bei Container-Verkehren, im Agrarbereich oder bei der Versorgung mit Rohstoffen für die Industrie.

Angesiedelte Firmen investieren weiter

Nachfolgende Beispiele für Investitionen durch langjährige Kunden unterstreichen die Standortbedeutung: Rund 35 Mio. Euro investiert im bayernhafen Aschaffenburg die Firma Pollmeier in ein neues Hochregallager und eine Holz-Zuschnittanlage. Inbetriebnahme ist für Sommer 2022 geplant. Ermöglicht wurde dies durch eine Erweiterung der Ansiedlungsfläche direkt am bestehenden Werk – alles auf der ehemaligen Kraftwerks-Fläche, die Standort-Architekt bayernhafen durch Konversion in eine Fläche für logistikintensive Industrieunternehmen umwandelte. Sowohl für die Rohstoffbeschaffung als auch die Belieferung seiner Kunden nutzt Pollmeier die Infrastruktur des Hafens. Die Geis Gruppe investiert rund 25 Mio. Euro in ein neues Logistik- und Technologiezentrum im bayernhafen Nürnberg. Teil 1 mit rund 15.000 qm Logistikfläche sowie Büroflächen ging im April 2021 in Betrieb, Teil 2 folgte im Februar 2022. Ausschlaggebend ist die unmittelbare Nähe zum Hafen und dem Containerterminal. Die benötigte Fläche wurde auch in dem Fall durch Konversion vorbereitet.

Investitionen in die Hafen-Infrastruktur

bayernhafen setzte 2021 das hohe Investitionsniveau der Vorjahre fort und stieß über alle Standorte über mehrere Jahre laufende Investitionen in die Vorbereitung von Flächen und in seine Hafeninfrastruktur von rund 20 Mio. Euro an. Die für 2022 vorgesehenen Investitionen bewegen sich ebenfalls auf dem hohen Niveau der Vorjahre.

Als ‚vierte‘ Infrastruktur neben Wasserstraße, Schiene und Straße sind ‚Datenautobahnen‘ für zukunftsfähige Binnenhäfen und die angesiedelten Logistikunternehmen von hoher Bedeutung. Nach Nürnberg, Bamberg und Regensburg bekommt auch Aschaffenburg schnelles Breitband-Internet – im Oktober 2021 startete der Energie- und Infrastrukturdienstleister Entega Medianet GmbH mit dem eigenwirtschaftlichen Ausbau.

Hafen live erleben

Nach dem 100sten Geburtstag des bayernhafen Aschaffenburg 2021 feiert der bayernhafen Nürnberg 2022 seinen 50sten. Der 1972 als Teil der transeuropäischen Wasserstraße zwischen Nordsee und Schwarzem Meer eröffnete bayernhafen Nürnberg zählt heute zu den wichtigsten Güterverkehrs- und Logistikzentren Europas. Für die Region ist er ein Jobmotor – rund 7.000 Menschen arbeiten hier. bayernhafen plant, interessierte Bürgerinnen und Bürger 2022 zu einem Fest aufs Hafengelände einzuladen – im Juli in Aschaffenburg und im September in Nürnberg. Das Programm ‚Hafen live erleben‘ soll einen Einblick in die vielfältige Welt der Logistik ermöglichen und die Bedeutung von Binnenhäfen für die Bevölkerung aufzeigen.