9. April 2019 | Passau

bayernhafen Passau stärkt seine strategische Position

Geschäftsjahr 2018 im bayernhafen Passau: 331.759 t Güterumschlag per Binnenschiff und Bahn – ein Plus von 4,5 %; eigene Investitionen von 4,3 Mio. Euro zum Ausbau der Hafen-Infrastruktur in Passau-Schalding; Erweiterung der Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe in Racklau

Am 26. März 2019 wurde im bayernhafen Passau ein rund 50 Tonnen schwerer Ponton von Land ins Wasser gehoben. Eine ’leichte’ Aufgabe für den neuen Hafenmobilkran, der Einzellasten mit einem Gewicht von bis zu 120 Tonnen umschlagen kann. Der Ponton wird von den Stadtwerken Passau als Anleger für Kreuzfahrtschiffe an der Ortsspitze in Passau eingesetzt.

Passau, 9. April 2019 – Im bayernhafen Passau, der zusammen mit den Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth und Regensburg zu bayernhafen gehört, wurden 2018 insgesamt 331.759 t Güter per Schiff und Bahn umgeschlagen, 4,5 % mehr als 2017. Rund zehn Jahre nach der Eröffnung des trimodalen Hafenstandorts in Passau-Schalding hat bayernhafen mit Investitionen in die Infrastruktur noch einmal die strategische Position des bayernhafen Passau gestärkt und gibt Industrie-, Handels- und Logistik-Unternehmen beste Argumente, für Import und Export die beiden umweltfreundlicheren Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn zu nutzen.

2018 war in Deutschland das wärmste und eines der trockensten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Über Monate fiel kaum Regen … und der Wasserstand an Rhein und Donau auf Rekord-Tiefstwerte. Durch seine Leichterungsfunktion aufgrund der Lage vor dem nicht ausgebauten Donauabschnitt Vilshofen-Straubing hat der bayernhafen Passau eine Schlüsselfunktion für die Schifffahrt auf der Donau. Dies hat dazu beigetragen, dass es beim Schiffsgüterumschlag in 2018 ein Plus von 14 % gab. Per Schiff wurden 294.113 t umgeschlagen, rund ¾ davon entfiel auf den Agrarbereich. Neben Streusalz haben auch die Schwergut- und Volumentransporte zugenommen. Darunter waren bis zu 60 Meter lange Windflügel und Türme für Windkraftanlagen sowie Industrieanlagen, die ins Binnenschiff verladen wurden. Eine große Bedeutung am Standort Passau-Schalding haben die RoRo-Verkehre, die Passau über Enns mit Vidin und Ruse in Bulgarien verbinden.

Über die Schiene wurden in Passau-Schalding 37.646 t umgeschlagen, 37 % weniger als 2017 mit dem außergewöhnlich hohen Sturmholz-Umschlag. Hauptumschlaggüter per Bahn waren in 2018 Fahrzeuge, Dünger und insbesondere Zement, der Mitte Mai hinzugekommen ist. Ein Highlight war der nagelneue Personenzug made in Japan, der im August auf der Schiene in den bayernhafen Passau kam. Der Elektrotriebzug der Baureihe 385 von Hitachi Rail wurde für den Weitertransport nach Italien über eine Spezial-Rampe auf Tieflader verladen.

„Es zeigt sich, dass es richtig und wichtig war, immer an einem Hafenstandort Passau festgehalten zu haben“, sagt bayernhafen Geschäftsführer Joachim Zimmermann, „frühzeitig haben wir erkannt, dass der alte Standort Passau-Racklau ohne Gleisanschluss kein Wachstumspotenzial mehr haben würde. Wir haben daraufhin den Standort Schalding ausgebaut, inkl. Vorstaugleisen und Umschlagsmöglichkeiten für Zug und Binnenschiff.“

2018 hat bayernhafen Investitionen von rund 4,3 Millionen Euro in den Standort Passau-Schalding angestoßen: So wurden die Verladegleise am Kai von knapp 600 m auf die gesamte Kailänge von 880 m erweitert und die Zwischenlagerkapazitäten in Silos verfünffacht. Zudem wurde ein neuer Hafenmobilkran installiert, der im Februar 2019 offiziell von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Betrieb genommen wurde. Dieser weltweit erste Hafenmobilkran aus dem Hause Liebherr, der die Abgasreinigungsstufe V erfüllt, ist für den Umschlag von Einzellasten mit einem Gewicht von bis zu 120 t gerüstet.

„Mit unseren Investitionen machen wir unsere Infrastruktur noch effizienter“, sagt Joachim Zimmermann, „Effizienz bedeutet für unsere Kunden Verlässlichkeit, Planbarkeit und Wirtschaftlichkeit – entscheidende Faktoren für die Nutzung der beiden umweltfreundlicheren Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn.“

Ausbau der Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe in der Racklau

2018 ging in Passau-Racklau eine Ära zu Ende: Der alte Hafen-Standort fungiert nicht mehr als Güterumschlagplatz. Damit besteht jetzt die Chance, neue, tragfähige Möglichkeiten der Nutzung zu entwickeln. Im Rekord-Niedrigwasserjahr 2018 war Passau auch für die Flusskreuzfahrt ein strategisch wichtiger Platz. Daher wurden die Weichen gestellt, die Racklau noch intensiver als bislang angedacht für die Flusskreuzschifffahrt zu nutzen.

In 2018 legten im bayernhafen Passau 254 Hotelschiffe an, davon 238 in der Racklau, ein Zuwachs um insgesamt 69 % gegenüber dem Vorjahr. 2019 stehen im bayernhafen Passau-Racklau bereits vier Liegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe zur Verfügung, für 2020/21 ist eine Erweiterung auf bis zu sieben Liegestellen geplant, mit Elektrifizierung und perspektivisch der Errichtung eines Terminalgebäudes.