29. März 2022 | Passau

bayernhafen Passau im Jahr 2021: weniger Leichterungen, dafür starke Entwicklung bei Containerverkehren

Geschäftsjahr 2021: 308.657 t Güterumschlag per Binnenschiff und Bahn, Containerzugverbindungen erfolgreich etabliert, eigene Investitionen von rund 4,3 Mio. Euro

Den größten Anteil an der Schiffstonnage machten Agrargüter aus, gefolgt von Baustoffen, Steinen und Erden. (Bildquelle: bayernhafen / Verena Riehl)

Passau, 28. März 2022 – bayernhafen bündelt verschiedene Güter und verlagert Langstreckenverkehre mit der passenden Infrastruktur weg von der Straße auf die beiden umwelt­freundlicheren Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn. So schlug bayernhafen 2021 über seine sechs Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau insgesamt 9,15 Mio. Tonnen Güter per Schiff und Bahn um – das ist ein Plus von 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr. In Passau wurden 2021 per Schiff und Bahn 308.657 Tonnen Güter umgeschlagen.

Für eine zuverlässige Versorgung der Region und einen umweltfreundlicheren Güterverkehr per Schiff und Schiene braucht es unsere Binnenhäfen mit ihrer Infrastruktur.

Joachim Zimmermann,
bayernhafen Geschäftsführer

2021 wurden in Passau 103.116 t per Bahn umgeschlagen und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr (+144,1 %). Dazu trug vor allem die neu etablierte Verbindung im Kombinierten Verkehr bei. Seit Februar 2021 verbindet ein Containerzug den bayernhafen Passau täglich mit Hamburg, Bremerhaven, Bremen und Wilhelmshaven. Aus dem Norden kommen vorrangig Container mit Automotive-Komponenten sowie Handelsgüter nach Niederbayern. Im Export werden Güter aus der niederbayerischen Wirtschaft nach Norden gefahren, u.a. aus den Bereichen Automotive, regenerative Technik sowie Landwirtschaft. 2021 wurden in Passau bereits fast 3.000 TEU (twenty foot equivalent unit) verladen. Weitere wichtige Bahngüter in Passau sind Zement und Fahrzeuge.

Der Schiffsgüterumschlag betrug 2021 in Passau 205.541 t; das sind 49,3 % weniger als im Vorjahr. Maßgeblich dafür ist, dass wasserstandsbedingt kaum Leichterungen bei überregionalen Schiffstransporten erforderlich waren. Der bayernhafen Passau ist für Schiffe, die von Südosteuropa und Österreich kommen, der letzte Donauhafen vor dem nicht ausgebauten Abschnitt Vilshofen-Straubing. Für diesen Donauabschnitt müssen Güterschiffe „leichtern“, d. h. ihre Ladung an die jeweilige Abladetiefe anpassen, indem sie einen Teil ihrer Ladung auf ein weiteres Schiff umladen oder an Land zwischen­lagern. 2021 konnten die Schiffe im Transit weitgehend ohne Leichterungen passieren, was zu einem statistischen Rückgang gegenüber dem Vorjahr führte. Dieser spiegelt jedoch nicht die lokale Wirtschaft wider. Den größten Anteil an der Schiffstonnage machten Agrargüter aus, gefolgt von Baustoffen, Steinen und Erden. Auch Schwergut- und Volumentransporte spielen weiterhin eine wichtige Rolle am Standort Passau-Schalding, ebenso wie die RoRo-Verkehre, die Passau über Enns mit Vidin und Ruse in Bulgarien verbinden.

„In jeder unserer Standort-Regionen sind wir Güter-Drehscheibe für Import und Export und Motor der regionalen Wirtschaft. Für eine zuverlässige Versorgung der Region und einen umweltfreundlicheren Güterverkehr per Schiff und Schiene braucht es unsere Binnenhäfen mit ihrer Infrastruktur“, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer bayernhafen, „Grundlage dafür sind langfristige Investitionen in die trimodale Hafeninfrastruktur und die konzentrierte Ansiedlung von Logistikunternehmen. Daher kann es nur eine klare Absage dafür geben, funktionierende Hafenflächen durch Nutzungsänderungen der Nachbarschaft einzuschränken oder Hafenflächen in größerem Stil gar anderweitig zu nutzen. Bestehende Beeinträchtigungen müssen im Sinne einer gegenseitigen Rücksichtnahme minimiert werden.“

Nicht einschätzbar ist derzeit für bayernhafen das Ausmaß der wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und damit auf die Logistikbranche und die internationalen Lieferketten – sei es bei Container-Verkehren, im Agrarbereich oder bei der Versorgung mit Rohstoffen für die Industrie.

Bei Investitionen im Bereich der Fahrzeug- und Maschinentechnik sind wir immer bestrebt, entsprechend aktueller Antriebstechnologien, bester Abgasnormen und höchster Energieeffizienz zu beschaffen.

Stefan Ring,
Leiter Technik und Betrieb im bayernhafen Passau

bayernhafen investiert in Passau weiterhin auf hohem Niveau

2021 hat bayernhafen am Standort Passau Investitionen in Höhe von rund 4,3 Mio Euro in die Hafeninfrastruktur und -entwicklung angestoßen. Dazu gehört auch der weitere Ausbau der Flusskreuzfahrtinfrastruktur in der Racklau. So konnte Ende des Jahres die Trinkwasserversorgung für Hotelschiffe in Betrieb genommen werden. Geplant ist zudem die Schaffung einer Landstromanlage mit sechs Ladesäulen für Flusskreuzfahrtschiffe. Während der Liegezeit können diese dann ihre Dieselgeneratoren abschalten, wodurch unter anderem CO2– und Feinstaub-Emissionen verringert werden. Die Investitionskosten sind von bayernhafen zu tragen, wobei sich Freistaat Bayern und Bund mit Bundesfinanzhilfen von insgesamt knapp 1 Mio. Euro beteiligen. Perspektivisch ist weiterhin die Errichtung eines Kreuzfahrt-Terminals in Passau-Racklau geplant.

Zur Optimierung des Umschlags von Schütt- und Stückgütern wurde außerdem ein neuer Umschlagbagger Sennebogen 855 E Hybrid beschafft. „Bei Investitionen im Bereich der Fahrzeug- und Maschinentechnik sind wir immer bestrebt, entsprechend aktueller Antriebstechnologien, bester Abgasnormen und höchster Energieeffizienz zu beschaffen“, sagt Stefan Ring, Leiter Technik und Betrieb im bayernhafen Passau.

Mit zielgerichteten Investitionen entwickeln und schaffen wir ein zukunftsfähiges Angebot für einen nachhaltigen Güterverkehr einerseits und die Flusskreuzfahrt andererseits.

Andrea Betz,
Leiterin Immobilienwirtschaft im bayernhafen Passau

Für 2022 plant bayernhafen in Passau Investitionen in Höhe von über 2 Mio. Euro anzustoßen, z. B. in den Neubau eines zentralen Betriebsgebäudes.

„Im bayernhafen Passau hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Mit zielgerichteten Investitionen entwickeln und schaffen wir ein zukunftsfähiges Angebot für einen nachhaltigen Güterverkehr einerseits und die Flusskreuzfahrt andererseits. Das macht uns zu einem starken Partner für unsere Kunden.“, so Andrea Betz, Leiterin Immobilienwirtschaft im bayernhafen Passau.

Flusskreuzschifffahrt

Die Flusskreuzschifffahrt erholte sich 2021 teilweise. So legten 2021 im bayernhafen Passau 250 Flusskreuzfahrtschiffe an, 81,2 % mehr als 2020.

Umsetzung von Natur- und Artenschutzmaßnahmen

bayernhafen führt für weitere bauliche Entwicklungen ein Ökokonto. So kann der erforderliche naturschutzfachliche Ausgleich vorzeitig durchgeführt und bevorratet werden. Nachdem 2021 die Planung und Vorbereitung für die Herstellung von Ökokontoflächen am Standort Passau-Schalding abgeschlossen wurde, sollen die Maßnahmen im laufenden Jahr umgesetzt werden. Naturschutzfachliches Ziel ist die Erweiterung der bereits vorhandenen Gehölzstrukturen und die Entwicklung von Hartholzauwald. In zukünftigen baurechtlichen Verfahren können dann Ökopunkte als Ausgleich für Baumaßnahmen eingesetzt werden. Als Standort-Architekt verbindet bayernhafen so die Bereitstellung von passgenauen Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen mit Naturflächen.