Linde-Anlagen für das CERN-Forschungszentrum
Minus 269 °C
Zwei im November im bayernhafen Passau umgeschlagene Linde-Anlagen hatten ein besonderes Reiseziel: die Europäische Organisation für Kernforschungen CERN in Genf. In dem Forschungszentrum wurde unter anderem das World Wide Web Ende der 1980er Jahre erfunden. Heute befindet sich dort mit dem Large Hadron Collider (LHC) der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt.
Die nun von Linde Engineering gebauten Anlagen sind Kernkomponenten einer extrem leistungsfähigen Helium-Kälteanlage. Diese dient dazu, mittels flüssigen Heliums die Magneten des Teilchenbeschleunigers zu kühlen und somit auf das für den Einsatzzweck notwendige Leistungsniveau zu bringen. Die erreichte Heliumtemperatur liegt bei –269 °C, welche bereits sehr nahe an der physikalisch überhaupt möglichen Temperatur von –273 °C liegt. Die Linde-Anlage arbeitet also an der Grenze des technisch Machbaren.
Die beiden jeweils rund 65 Tonnen schweren Coldboxen wurden als Schwertransport vom Linde-Werk in Schalchen-Tacherting auf der Straße nach Passau-Schalding transportiert. bayernhafen hat die Anlagen dann präzise mit dem hafeneigenen Mobilkran ins Binnenschiff gehoben. Über Donau, Main-Donau-Kanal, Main und Rhein werden die Anlagen nach Basel transportiert und von dort weiter nach Genf.