4. März 2026 | Passau

Güterdrehscheibe und Standortfaktor bayernhafen Passau

+++ Güterumschlag 2025 per Schiff und Bahn mit Plus 47,1 % +++ 5.903 TEU im Kombinierten Verkehr +++ Heimathafen live erleben - Hafenfest am 13.09.2026 +++

Im bayernhafen Passau wurden 2025 insgesamt 196.307 Tonnen Güter über die beiden umweltverträglicheren Verkehrsträger Schiff und Bahn umgeschlagen. Rund 11.400 Lkw-Fahrten wurden durch die Verlagerung von Langstreckenverkehren eingespart. (bayernhafen / Michael Ziegler)

Passau, 4. März 2026 – Im bayernhafen PASSAU wurden 2025 per Schiff und Bahn 196.307 Tonnen Güter umgeschlagen, das sind 47,1 % mehr als im Vorjahr. Rund 11.400 Lkw-Fahrten wurden durch die Verlagerung von Langstreckenverkehren auf die umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiff und Bahn eingespart.

Insgesamt schlug bayernhafen an seinen Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau im vergangenen Jahr 8,37 Mio. Tonnen Güter per Schiff und Bahn um. Durch die Entwicklung eines Logistik- und Industrieparks im Landkreis Deggendorf – den bayernhafen InfraPark Plattling Stephansposching – schafft das Unternehmen zudem weitere Möglichkeiten für Ansiedlungen und Verkehrsverlagerung.

Im bayernhafen Passau wurden 2025 per Binnenschiff 90.515 t umgeschlagen, das entspricht dem Vorjahresniveau (+ 0,2 %). Rund die Hälfte der Schiffstonnage machten Agrargüter aus. Zudem wurden Steine und Erden sowie über die RoRo-Anlage Fahrzeuge umgeschlagen. Eine wichtige Rolle spielt der bayernhafen Passau bei Schwergut- und Volumentransporten.

Der Bahngüterumschlag betrug 105.792 t, das sind 145 % mehr als im Vorjahr. Maßgeblich dafür ist die Zunahme beim Containerumschlag. So wurden im Kombinierten Verkehr (KV) 5.903 TEU (1 TEU entspricht einem 20-Fuß-Standardcontainer) umgeschlagen und somit ein Plus von 56,5 % im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Per Containerzug ist der bayernhafen Passau seit fünf Jahren mit den deutschen Seehäfen Hamburg, Bremerhaven, Bremen und Wilhelmshaven verbunden.

Flusskreuzschifffahrt

568 Flusskreuzfahrtschiffe legten 2025 im bayernhafen Passau an, das ist ein Plus von 105,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Seit der letzten Saison beginnen in der Racklau alle Flusskreuzfahrtreisen der A-ROSA Flussschiff GmbH auf der Donau. Pünktlich zum Saisonbeginn konnten auch die neu errichteten Landstrom-Anlagen in Betrieb genommen werden – das Projekt wurde gefördert vom Freistaat Bayern und durch den Bund.

Jobmotor und Standortfaktor

2025 wurde der 100. Geburtstag des Zusammenschlusses mehrerer Häfen zur heutigen Bayernhafen GmbH & Co. KG gefeiert. Eine Erhebung unterstreicht die Bedeutung der bayernhafen-Standorte als regionale Jobmotoren: Die rund 400 ansässigen Unternehmen beschäftigen gemeinsam fast 16.000 Menschen. Dass sie auch ein wichtiger Faktor für die Standortsicherung für den Maschinen- und Anlagenbau sind, belegt das Beispiel des bayernhafen Passau. Für die von Linde Engineering im Werk Tacherting produzierten großen Anlagen ist dieser das Tor zur Welt. Ein Highlight im November letzten Jahres waren die für das europäische CERN-Forschungszentrum in Genf bestimmten Linde-Anlagen, die mit dem hafeneigenen Mobilkran ins Binnenschiff verladen wurden.

Statt einer Inselbetrachtung braucht es ein ganzheitliches, verkehrsträger-übergreifendes Verkehrskonzept.

bayernhafen Geschäftsführer
Joachim Zimmermann

Investitionen und Ausblick

Nach Abschluss der in diesem Jahr erfolgenden Generalsanierungen der Bahnstrecken Regensburg-Nürnberg bzw. -Passau wird mit einem zuverlässigen und leistungsfähigen Schienennetz gerechnet. Während der Bauarbeiten erwarten bayernhafen und die Hafenkunden erhebliche Auswirkungen durch Vollsperrungen und Umleiterstrecken – zeitweise wird der Hafen Passau schienenseitig komplett abgeschnitten werden.

Erschwerend hinzu kommt noch die erst vor kurzem ohne jedwede Vorwarnung oder Vorgespräche angekündigte Vollsperrung der Bundesstraße B 8 zwischen dem bayernhafen Passau-Schalding und Seestetten ab Juni für rund sechs Monate. Diese hat sowohl verkehrliche wie auch wirtschaftliche Auswirkungen, weil die Anbindung für den bayerischen Anlagenbau von großer bis existenzieller Bedeutung ist.

„Aus den Fehlern der Vergangenheit sollte unbedingt gelernt werden. Damit es nicht auch bei den Wasserstraßen als klimafreundlicher Verkehrsträger zu einem nicht zu bewältigenden Sanierungsstau kommt, ist eine vernünftige, vorausschauende Finanzierung dieser erforderlich. Statt einer Inselbetrachtung braucht es ein ganzheitliches, verkehrsträgerübergreifendes Verkehrskonzept“, sagt bayernhafen-Geschäftsführer Joachim Zimmermann, der auch Präsident des Bundesverbands Öffentlicher Binnenhäfen e.V. ist, „Häfen gewährleisten mit ihrer Schnittstellenfunktion eine effiziente Verknüpfung von Schiff, Bahn und Lkw und ermöglichen so nachhaltige Logistikketten. Voraussetzung ist eine funktionierende Infrastruktur im Verkehrsnetz.“

Hafenfest im September

Um ihren Heimathafen live zu erleben, kamen in den vergangenen Jahren Tausende Besucher zu den Festen in Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg und Regensburg. In diesem Jahr plant bayernhafen ein buntes Hafenfest in Passau zu veranstalten: Am Sonntag, 13. September 2026, werden beide Standorte – Schalding und Racklau – miteinander verbunden. In Schalding wird bayernhafen gemeinsam mit Hafenkunden und Partnern spannende und vielfältige Einblicke in die Hafen- und Logistikwelt für Technikinteressierte und Familien mit Kindern ermöglichen. In der Racklau wird gemeinsam mit Partnern wie der DLRG Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Ortsverband Passau e.V., die ihr 100jähriges Jubiläum feiert, ein Programm auf die Beine gestellt. Nähere Informationen zum Programm folgen rechtzeitig.