18.02.2008

Trimodale Ausrichtung holt Verkehr in die Häfen bayernhafen Gruppe wächst kräftig im Gütertransport auf der Schiene

Regensburg, 18. Februar 2008 – Deutlicher Wachstumsschub bei der bayernhafen Gruppe: Im vergangenen Jahr legte der Güterumschlag an den sechs Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau auf insgesamt 26,391 Mio. Tonnen zu (Vorjahr: 24,010 Mio. Tonnen). Das entspricht einer Steigerung von 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Damit verzeichnen wir ein sehr gutes Ergebnis trotz einiger negativer äußerer Einflüsse wie die zeitweilige Sperrung des Main-Donau-Kanals“, erläutert Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der Bayernhafen GmbH & Co. KG. Erstmals wurden mehr Güter per Bahn als mit dem Binnenschiff transportiert.

Das Ergebnis zeige, so Zimmermann, dass in Zukunft Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich realistisch sind: „Wir rücken als Logistikdrehscheibe zwischen West- und Südeuropa zunehmend in das Blickfeld der verladenden Wirtschaft.“ Wachstumsmotor der Hafengruppe ist der Schienengüterverkehr. Hier hat sich der Umschlag um 47,5 Prozent auf 4,814 Mio. Tonnen erhöht (Vorjahr: 3,264 Mio. Tonnen). „Dieses Plus geht in erster Linie auf den weltweiten Containerboom zurück“, erläutert Zimmermann. Ebenfalls erhöht hat sich der Anteil des Lkw: Hier stieg der Umschlag um 7,6 Prozent von 16,105 Mio. auf 17,336 Mio. Tonnen. Die Speditions- und Logistikbranche profitiert mit steigenden Tonnagen von der guten Konjunktur. Rückläufig war dagegen der Anteil des Binnenschiffs am Gesamtgüterumschlag. Lag das Aufkommen im Jahr 2006 noch bei 4,641 Mio. Tonnen, wurden im vergangenen Jahr 4,241 Mio. Tonnen umgeschlagen. Das entspricht einem Minus von 8,6 Prozent.
Gründe für diesen Rückgang sind unter anderem eine zweiwöchige Sperrung des Main-Donau-Kanals sowie die Tatsache, dass Unternehmen ihre Transportwege neu organisieren, da auch beim Binnenschiff der Laderaum knapp wird. „Was sich nicht in den Umschlagzahlen widerspiegelt ist, dass in den Binnenhäfen immer mehr höherwertige Güter umgeschlagen werden – beispielsweise Container, Maschinenanlageteile oder Windkraftanlagen“, stellt Zimmermann fest.

12 Mio. Euro werden in den bayernhafen Passau investiert

Mit einem weiter steigenden Güteraufkommen rechnet die bayernhafen Gruppe, wenn der Hafen in Passau-Schalding zu einer trimodalen Schnittstelle ausgebaut ist. Mitte des Jahres soll der neue Hafen in Betrieb gehen. Bis Ende 2008 werden dort rund zwölf Mio. Euro investiert. Am neuen 450 Meter langen Kai werden die Bahngleise so verlegt, dass auch Lkw problemlos die Anlage befahren können. Vorgesehen ist zudem der Bau eines Kfz-Verladeterminals, eines Schwergutplatzes mit Montagehalle sowie einer zweiten Ro-Ro-Rampe, die zusätzliche Kapazitäten für den Transport von Lkw-Trailern und Pkw von und nach Osteuropa bereit stellt. Weiterer Vorteil des neuen Hafens in Schalding ist, dass dort der Donau-Pegel nur gering schwankt und somit ganzjährig ideale Umschlagverhältnisse herrschen. Langfristig soll Schalding den Hafen Racklau ablösen, dem eine leistungsfähige Anbindung an das Straßen- und Schienennetz fehlt. Der Gesamtumschlag des bayernhafens Passau sank im vergangenen Jahr um 14,8 Prozent von 595.000 auf 507.000 Tonnen. Beim Schiffsumschlag lässt sich der Rückgang von 380.000 auf 312.000 Tonnen beziffern. Das entspricht einem Minus von 17,9 Prozent. Demzufolge ging auch das Umschlagvolumen beim Lkw zurück: um 9,3 Prozent von 215.000 auf 195.000 Tonnen.

Süddeutschlands größtes Logistikzentrum boomt

Den größten Anteil am Gesamtgüterumschlag der bayernhafen Gruppe hat der bayernhafen Nürnberg. In Süddeutschlands größtem Logistikzentrum wurden im vergangenen Jahr 13,304 Mio. Tonnen Güter bewegt – so viel wie noch nie in der Geschichte des Hafens. Das entspricht einem Plus von 17,7 Prozent. Zu Buche schlägt vor allem das trimodale Terminal, das erstmalig nach seiner Eröffnung im Sommer 2006 über ein
komplettes Jahr in die Bilanz einfließt und den Umschlag auf der Schiene ankurbelt: Während 2006 noch 1,844 Mio. Tonnen verladen wurden, waren es 2007 schon 3,045 Mio. Tonnen – ein Plus von 65,1 Prozent. Zuwächse in Höhe von 9,7 Prozent auf 9,779 Mio. Tonnen (2006: 8,912 Mio. Tonnen) verzeichnet der Lkw, wohingegen beim Binnenschiff das Güteraufkommen von 550.000 Tonnen in 2006 auf 480.000 Tonnen sank (minus 12,8 Prozent). Bei den Containern erhöhte sich das Umschlagvolumen um 69,5 Prozent von 143.790 auf 243.682 Standard-Container (TEU).

Rasante Containerzuwächse in Regensburg

Vom Containerboom profitierte auch der Güterumschlag im bayernhafen Regensburg mit einem Umschlagplus von 7,8 Prozent auf 7,339 Mio. Tonnen (Vorjahr: 6,810 Mio. Tonnen). Besonders kräftig legte auch hier die Bahn zu – um 39,8 Prozent. Unter anderem führten rasante Zuwächse beim Containerumschlag (plus 835,7 Prozent auf 39.853 TEU) und der Rollenden Landstraße zu einem Anstieg von 1,104 Mio. Tonnen auf 1,543 Mio. Tonnen. Leicht zugenommen haben die Umschlagzahlen im Lkw-Verkehr – von 3,303 Mio. auf 3,518 Mio. Tonnen (plus 6,5 Prozent). Etwas rückläufig entwickelte sich der Schiffsumschlag von 2,403 Mio. Tonnen in 2006 auf 2,278 Mio. Tonnen (minus 5,2 Prozent). Die Ursachen liegen neben der knapp zweiwöchigen Sperrung der Wasserstraße wegen einer Schleusenrevision auch im witterungsbedingten Rückgang etwa bei Produkten wie Streusalz.

Konstante Zahlen in Aschaffenburg und Bamberg

Annähernd gleich geblieben sind die Gesamtumschlagszahlen im bayernhafen Aschaffenburg (minus 0,36 Prozent). Das Umschlagsvolumen belief sich auf 2,802 Mio. Tonnen (2006: 2,812 Mio. Tonnen). Da unter anderem der Mineralölumschlag zurückging, verzeichnet der Verkehrsträger Binnenschiff ein minus von 14,76 Prozent auf 808.533 Tonnen gegenüber 948.527 Tonnen in 2006. Die mangelnde Verfügbarkeit von Waggons und ein Rückgang beim Schrottversand hemmten die Entwicklung beim Schienenverkehr – minus 11,29 Prozent. Das entspricht einem Rückgang beim Güterumschlag von 117.828 auf 104.529 Tonnen. Zuwächse von knapp acht Prozent auf 1,889 Mio. Tonnen (2006: 1,746 Mio. Tonnen) verzeichnet dagegen der Lkw. Der Grund: Das Massivholzwerk Pollmeier hat seinen Betrieb aufgenommen und der Logistikdienstleister DSV Road GmbH hat seine Deutschlandzentrale ausgebaut.
Ebenfalls nahezu unverändert blieb das Umschlagsvolumen im bayernhafen Bamberg. Im vergangenen Jahr wurden auf Wasserstraße, Schiene und Straße 2,438 Mio. Tonnen verladen (2006: 2,487 Mio. Tonnen). Hier konnte das Schiff sein Transportvolumen mit 362.000 Tonnen Gütern gegenüber 359.000 Tonnen im Vorjahr leicht ausbauen. Rückläufig dagegen die Bahn: Hier wurden 121.000 Tonnen gegenüber 198.000 Tonnen umgeschlagen. Weitestgehend stabil blieb der Anteil des Lkw mit 1,955 Mio. Tonnen am Güteraufkommen (1,930 Mio. Tonnen). Bamberg entwickelt sich zunehmend zu einem attraktiven Ziel für die Passagierschifffahrt: 357 Mal legten im vergangenen Jahr Hotelschiffe in Bamberg an (2006: 327).

Logistikdrehscheiben zwischen West- und Südosteuropa

1. Zahlen, Daten, Fakten im Überblick

Standorte:

  • Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg, Passau

Hafenanlagen:

  • über 8 Mio. m² Gesamtfläche; davon mehr als 2 Mio. m² Verkehrsfläche, mehr als 4 Mio. m² sofort verfügbare oder bereits vergebene Ansiedlungsfläche sowie umfassende Erweiterungsfläche
  • 10 Hafenbecken, über 20 km Kaianlagen
  • 38 Krananlagen
  • Ro-Ro-Verladeeinrichtungen, Hafenbahnen, Schwergutumschlag, KV-/Containerterminal

Güterumschlag (2007):

  • 26,391 Mio. t gesamt (+ 9,9 %);
    davon 4,241 Mio. t Schiff (- 8,6 %), 4,814 Mio. t Bahn (+ 47,5 %), 17,336 Mio. t Lkw (+ 7,6 %)

Schiffsgüterverkehr nach Güterarten:

  • 793.000 t Steine und Erden; 686.000 t land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse; 680.000 t andere Nahrungs- und Futtermittel; 595.000 t Eisen/Stahl- und NE- Metalle; 332.000 t Erze und Metallabfälle; 308.000 t Erdöl, Mineralerzeugnisse, Gase; 287.000 t Düngemittel; 258.000 t Fahrzeuge, Halb- und Fertigwaren;185.000 t feste mineralische Brennstoffe und 118.000 t chemische Erzeugnisse

Wirtschaftskraft:

  • ca. 450 angesiedelte Unternehmen mit mehr als 13.000 Beschäftigten

Infrastruktur:

  • Main, Main-Donau-Kanal und Donau als Bindeglied zwischen Nordseehäfen, Ruhrgebiet und Rhein-Main-Region im Norden und Bayern sowie den aufstrebenden Märkten Mittel-/Ost- Europas im Süden
  • ein enges Autobahn- und Schienennetz sowie die Nähe zum Luftdrehkreuz Frankfurt und zum Flughafen Nürnberg

Mitarbeiter:

  • ca. 200

Umsatz:

  • rund 25 Millionen pro Jahr

Betreiber:

  • Bayernhafen GmbH & Co. KG, bzw. für den Betrieb der Häfen Nürnberg und Roth: Hafen Nürnberg-Roth GmbH (80 % Bayernhafen GmbH & Co. KG, 19 % Stadt Nürnberg, 1 % Stadt Roth)

Geschäftsführer:

  • Joachim Zimmermann

2. Strategisches Flächenmanagement gewährleistet Branchen-Mix

An ihren sechs Standorten hält die bayernhafen Gruppe insgesamt mehr als acht Millionen Quadratmeter erschlossene Flächen vor, auf denen sich namhafte Branchengrößen wie Kühne & Nagel, Rhenus, Dachser und Schenker, aber auch viele klein- und mittelständische Unternehmen aus der Verkehrswirtschaft angesiedelt haben. Ein strategisches Flächenmanagement gewährleistet einen Branchen-Mix aus Transport, Logistik, Dienstleistung und Produktion. Die Angebotspalette der Firmen reicht von der Lagerhaltung über die Distribution bis hin zum Facility Management. Mit rund 450 Unternehmen und mehr als 13.000 Beschäftigten zählen die Standorte der bayernhafen Gruppe zu den bedeutenden Wirtschaftsmotoren der Region und entwickeln sich immer mehr zu multifunktionalen Dienstleistungs- und Handelszentren.

Ansprechpartner:

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