25.10.2010

Italien-Besuch mit der Rollenden Landstraße

„bayernhafen unterwegs“ in Bologna und Verona

Regensburg, 19. Oktober 2010 – Die wirtschaftsstarken Regionen Bologna und Verona bieten im intermodalen Verkehr noch großes Potenzial für den Warenaustausch mit Süddeutschland. Dieses Fazit zogen die Teilnehmer der traditionellen Veranstaltungsreihe ”bayernhafen unterwegs” beim Besuch der beiden zentralen Güterdrehscheiben in Norditalien. ”Im Rahmen unserer Kooperationsvereinbarung mit Interporto Bologna haben wir bereits Markt- und Warenstromanalysen durchgeführt”, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der bayernhafen Gruppe, ”Ziel ist es, bestehende Verbindungen zu ergänzen und weitere italienische Wirtschaftsräume zu verknüpfen.”

Um auf das Schwerpunktthema Kombinierter Verkehr einzustimmen, begann schon die Reise nach Italien mit einem besonderen Höhepunkt: einer Fahrt mit der Rollenden Landstraße (RoLa) von Wörgl bis zum Brennersee. Für die Delegation, zu der neben Hafenverantwortlichen, Kunden und Partnern auch Vertreter von Institutionen und Presse gehörten, wurde vom RoLa-Operateur Ökombi eigens ein zweiter Begleitwaggon bereitgestellt. Nach einer Führung durch Terminalleiter Kurt Codemo durch die Umschlaganlage in Wörgl, startete der Zug pünktlich um 11:28 Uhr zum Brennersee. Während der knapp 90minütigen Fahrt erläuterte Dr. Leo Satzinger vom Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. Verkehrsplanung, die Vorgaben und Auswirkungen des sektoralen Fahrverbots in Österreich und die ökonomischen Aspekte der RoLa. Franz Dirnbauer, Geschäftsführer der Wiener ÖKOMBI GmbH, und Leiter des Geschäftsbereichs Intermodal der Rail Cargo Austria, vertiefte das Thema RoLa mit ausführlichen Zahlen und Fakten zu Verbindungen, Auslastung und Wachstum. So wuchs beispielsweise das Aufkommen auf der Verbindung Regensburg-Trento in den ersten neun Monaten des Jahres um rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Gespräch mit den mitreisenden Lkw-Fahrern wurden auch die Erfahrungen aus dem Alltagsbetrieb der RoLa vermittelt. Für zwei Delegationsteilnehmer gestaltete sich die Fahrt zudem zu einem nicht alltäglichen Erlebnis: Sie durften den Brenner in der 9.500 PS-starken Taurus-Lokomotive überqueren.
In Verona stand zunächst die Besichtigung des Interporto Quadrante Europa unter Führung von Vizepräsident Dott. Nicola Boaretti auf dem Programm. Das Güterverkehrszentrum zählt zu den führenden in ganz Europa. Auf dem vier Millionen Quadratmeter großen Gelände sind über 600 Firmen angesiedelt. Mit Sona-Sommacampagna wurde darüber hinaus ein weiteres KV-Terminal besichtigt, das derzeit erweitert wird.
Der zweite Tag von „bayernhafen unterwegs“ in Bologna startete mit dem Besuch eines der führenden Distributionszentren für Obst und Gemüse in Italien. Duccio R.L. Caccioni, Marketingleiter von CAAB ScpA, informierte detailliert über die logistischen Prozesse und die speziellen Herausforderungen beim Transport von verderblicher Ware. So werden hier frisch geerntete Pfirsiche oder Paprikas gewaschen, poliert und verpackt. Obst und Gemüse aus der Region landet innerhalb eines Tages in den Auslagen der Verbrauchermärkte. Die Zustellungen der Waren führen Spedition aus. Während früher die Kunden die Waren im Verteilzentrum nur nach Inaugenscheinnahme kauften, gewinnt heute die Bestellung per Telefon oder Internet immer mehr an Bedeutung. Caccioni sieht in dieser Art des Kaufs die Zukunft und entsprechend stärker ist die Rolle eines Logistikers als eines Markthallenbetreibers gefordert. Nicht nur für die Delegation aus Deutschland war die Führung sehr aufschlussreich. Auch die CAAB zeigte großes Interesse an einer Vertiefung von Wirtschaftskontakten. Außerhalb der Kerngeschäftszeiten bleiben die großen Nutzflächen und die Infrastruktur im Distributionszentrum weitestgehend ungenutzt. Gefragt sind Kontakte und Kooperationen, mit deren Hilfe neue Strategien zur Optimierung des Nutzungsgrades entwickelt werden können.
Einer der wichtigsten Knotenpunkte in Italien für internationale Warenströme ist Interporto Bologna. 35 Prozent aller Güter in Italien und 16 Prozent der kontinentalen Güterverkehre passieren Bologna. Ende letzten Jahres schloss die bayernhafen Gruppe eine Kooperationsvereinbarung mit dem norditalienischen Güterverkehrszentrum. Ziel ist der Ausbau der intermodalen Verkehre zwischen Süddeutschland und Italien. Geschäftsführer Pietro Spirito führte die Delegation durch das GVZ.
Am Abend veranstalteten dann Interporto Bologna und die bayernhafen Gruppe gemeinsam einen Kundenabend im Palazzo Magnani. Der aus dem 15. Jahrhundert stammende Palast der Uni Credit bot eine stimmungsvolle Kulisse für den Gedankenaustausch der über 40 Gäste aus Logistik und Wirtschaft. Eingangs stellte Geschäftsführer Joachim Zimmermann die bayernhafen Gruppe mit ihren sechs Standorten vor. Im Anschluss beleuchtete der Präsident des Hafen Ravenna, Giuseppe Parrello, in seiner Rede Zukunftsszenarien von maritimen Verkehren und Inlandterminals aus europäischer Perspektive. Die Ergebnisse der im Rahmen der Kooperationsvereinbarung durchgeführten Markt- und Warenstromanalyse präsentierte Karsten Kessel von der bayernhafen Gruppe. Für die weitere Verlagerung von Transporten auf die Schiene sind branchenspezifische Lösungsansätze zu entwickeln. Interporto-Geschäftsführer Pietro Spirito erläuterte die weiteren Schritte zur Konkretisierung der Konzepte, die gemeinsam mit Partnern aus den identifizierten  Branchen erfolgen sollen.
Die Kontakte, die die Teilnehmer der Delegation aus Bayern während ihrer Reise knüpfen konnten, sollen weiterverfolgt werden, da die Verbindung zwischen Süddeutschland und Norditalien großes Potenzial und interessante Möglichkeiten bietet. Das Konzept von bayernhafen unterwegs überzeugte auch den mitgereisten Michele Colucci, mitverantwortlich bei der Regensburger Spedition Pöppel für den italienischen Markt.  Fortgesetzt werden soll „bayernhafen unterwegs“ 2011. In welcher Stadt die Veranstaltung im nächsten Jahr Station macht, will die bayernhafen Gruppe gemeinsam mit den Hafenansiedlern festlegen. Neben dem konstruktiven Austausch mit Vertretern verschiedener Logistiksparten, soll dabei auch die Logistik wieder auf außergewöhnliche Art und Weise erlebt werden können.

Zur bayernhafen Gruppe gehören die sechs Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau. Die Lage an wirtschaftsgeografisch bedeutenden Knotenpunkten kombiniert mit einer effizienten Verknüpfung der Verkehrswege Wasser, Schiene und Straße zeichnet die Standorte aus. In 2009 wurden insgesamt 25,544 Mio. Tonnen Güter umgeschlagen (davon 3,924 Mio. Tonnen per Schiff, 5,381 Mio. Tonnen per Bahn, 16,239 Mio. Tonnen per Lkw).

Die bayernhafen Gruppe ist ein aktiver Moderator für die Entwicklung von Logistiklösungen und Netzwerken. Sie agiert als Standortarchitekt, der unternehmens- und standortübergreifend Strategien entwickelt, in hochflexible Infrastruktur investiert und in enger Zusammenarbeit mit den Hafenansiedlern neue Wertschöpfungspotenziale erschließt. Ziel ist es, die Position der Häfen als Logistikstandorte und Drehscheiben für den weltweiten Warenaustausch weiter zu stärken. Ein strategisches Flächenmanagement gewährleistet dabei einen Branchen-Mix aus Transport, Lagerung, Logistik, Dienstleistung und Produktion.

800 Hektar Gesamthafenfläche und rund 500 ansässige Unternehmen mit mehr als 12.000 Beschäftigten machen die bayernhafen Gruppe zudem zu einem der leistungsstärksten Logistik-Netzwerke in Europa und zu bedeutenden Wirtschaftsmotoren in Bayern. Die bayernhafen Gruppe selbst beschäftigt 210 Mitarbeiter. Betreiber der Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Regensburg und Passau ist die Bayernhafen GmbH & Co. KG. Geschäftsführer ist Joachim Zimmermann. Die Standorte Nürnberg und Roth werden von der Hafen Nürnberg-Roth GmbH betrieben, an der die Bayernhafen GmbH & Co. KG mit 80 Prozent, die Stadt Nürnberg mit 19 Prozent und die Stadt Roth mit einem Prozent beteiligt sind.

 

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Die Reisegruppe von bayernhafen unterwegs am RoLa-Terminal Brennersee.

 

 

Herr Caccioni von CAAB ScpA gibt Einblicke in die logistischen Prozesse und die Herausfoderungen beim Transport von verderblicher Ware.

 

 

 

Unter beeindruckender Kulisse des Palazzo Magnani nutzen Gäste aus Deutschland und Italien die Möglichkeit zur Diskussion und einem gemeinsamen Austausch.

 

Die Referenten der Abendveranstaltung (v.l.): Karsten Kessel, Giuseppe Parello, Pietro Spirito, Joachim Zimmermann

 

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