18.01.2016

Wie das Streusalz auf unsere Straßen kommt

Salz kommt im Meer vor, in salzhaltigen Quellen und im Berg. Das Salz im Berg war vor Millionen von Jahren auch mal Meersalz; das Meerwasser verdunstete dann und ließ mächtige Salzschichten zurück. Diese gerieten bei der Auffaltung von Gebirgen unter andere Gesteinsschichten. Aus Meersalz wird unter anderem Speisesalz gewonnen. Das sogenannte „Steinsalz“ wird in Salzbergwerken abgebaut und danach weiterverarbeitet: zu Speisesalz, Salz für die Tiernahrung, Gewerbe- und Pharmasalz oder Industriesalz. Letzteres wird bei der Herstellung von Kunststoff, Glas, Papier, Seife oder Zahnpasta eingesetzt. Aus Steinsalz wird zudem Streusalz, auch „Auftausalz“ genannt.

Die Salzhalle der SÜDSALZ GmbH am Westhafen-Nordkai des bayernhafen Regensburg, die insgesamt 80.000 t fasst.

Im Winter kommt dem Streusalz große Bedeutung zu – denn es wandelt Eis und Schnee in Wasser um, setzt dabei den Gefrierpunkt herab und beseitigt so die Glätte. Wieviel Streusalz jährlich ausgebracht wird, liegt natürlich an der Witterung. Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden in den letzten zehn Jahren in Deutschland im Mittel jährlich etwa 1,5 Mio. t Streusalz gestreut, in harten Wintern auch über vier Mio. t. Wie kommt das Salz nun auf unsere Straßen? Es beginnt bei der Salzgewinnung unter Tage. In Salzbergwerken wie z.B. im Raum Heilbronn wird ein Schacht in die Salzschicht getrieben. Dann werden durch Salz und Gestein haushohe Stollen gefräst. Um den Stollen voranzubringen, werden Sprenglöcher in die Salzlager gebohrt; der eingefüllte Sprengstoff wird dann elektrisch gezündet. Das Steinsalz bricht heraus, wird auf Förderbänder geschaufelt, zerkleinert und zu Tage gefördert. Obertägig wird das Salz dann in die verschiedenen Salzarten weiterverarbeitet, zum Beispiel von Unternehmen wie SÜDSALZ GmbH.

Salz kommt oft per Schiff

Von dort geht das Streusalz in aller Regel zu spezialisierten Logistikdienstleistern, die das Salz meist in großen Hallen, manchmal auch in Silos zwischenlagern. Bei der Anlieferung des Massenguts Streusalz setzen die Salzunternehmen u.a. auf den umweltfreundlichen Schiffstransport, so zum Beispiel bei der 2006 in Betrieb genommenen Salzhalle am Westhafen- Nordkai im bayernhafen Regensburg. Die auch an die Schiene angebundene Salzhalle fasst 80.000 t - Umschlag und Betrieb übernimmt die im bayernhafen Regensburg angesiedelte DTU Donau- Transport- und Umschlaggesellschaft. Im bayernhafen Nürnberg investierte 2012 die SZG Spedition Zweckstätter Hafenumschlag und Lagerei GmbH in den Neubau einer entsprechenden Lagerhalle. Auch im bayernhafen Passau gibt es zwei für Streusalz geeignete Lagerhallen, die WB Transport GmbH aus Reutlingen nutzt diese Möglichkeit – auch hier kommt für die Anlieferung des Streusalzes überwiegend das Binnenschiff zum Einsatz. Seit Oktober 2015 gibt es auch im bayernhafen Bamberg eine Salzhalle: Betrieben wird sie von der Herbst-Transporte GmbH Spedition & Logistik, die das Salz per eigenen LKWs anliefert. Die neue Schüttguthalle für Streusalz fasst 40.000 t.

Effizienter Winterdienst der Kommunen

Die Logistikdienstleister liefern das Streusalz dann auf Abruf per LKW an die Winterdienste der Städte und Kommunen, die ihrerseits mit speziellen Streufahrzeugen das Salz auf die Straßen aufbringen. Diese Sonderfahrzeuge auf Basis von Serien-LKWs haben als Aufbau meist einen Schneepflug, einen trichterförmigen Behälter und eine Auswurfmechanik - je nach Ausstattung oft noch Tanks mit Flüssigkeiten, um die Wirksamkeit des Salzes zu verbessern. Bleibt der Winter milde, bleiben die Lager voll. Wird der Winter kalt, wird nachgeordert. Er kann kommen, der Winter.

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