Der symbolische Spatenstich der Bioenergie Aschaffenburg GmbH ebnet den Weg für ein neuartiges Biomasseheizkraftwerk im bayernhafen Aschaffenburg. Gemeinsam wollen die Aschaffenburger Versorgungsgesellschaft (AVG), die HEAG Südhessische Energie AG und die Entsorgungs AG Darmstadt ab 2010 jährlich 10.000 Megawattstunden Strom und 60.000 Megawattstunden Wärme produzieren. Hauptenergielieferant dafür sind Holzhackschnitzel aus dem benachbarten Spessart. An das Kraftwerk ist eine Trocknungsanlage für Sägespäne gekoppelt, die in der Lage ist, 35.000 Tonnen Holzbriketts jährlich zu pressen.

Spatenstich für das Biomasseheizkraftwerk im bayernhafen Aschaffenburg: Dieter Gerlach (3. von links), Geschäftsführer der Bioenergie Aschaffenburg GmbH, Klaus Herzog (5. von links), Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg, und Hafendirektor Wolfgang Filippi (7. von links).
Dieter Gerlach, Geschäftsführer der Bioenergie Aschaffenburg GmbH, hält den bayernhafen Aschaffenburg für den idealen Standort, um hier für insgesamt 16,2 Millionen Euro Biomasseheizkraftwerk und Holzbrikettieranlage zu errichten: „Die Transportwege sind kurz und im Hafen verfügt man über langjährige Erfahrung mit dem Umschlag von Holz.“ Weiterhin hat die trimodale Anbindung des bayernhafen Aschaffenburg positiv zu seiner Entscheidung beigetragen.
Die neuen Anlagen werden auf einer 17.000 Quadratmeter großen Industriebrachfläche errichtet, die für die Ansiedlung revitalisiert wird. Bereits Ende 2009 soll die Anlage ans Netz gehen. Einmal angelaufen, wird sie voraussichtlich 10.000 Megawattstunden Strom und 64.000 Megawattstunden Wärme produzieren. Diese Menge würde theoretisch ausreichen, um 2.900 Haushalte in Aschaffen-burg mit Elektrizität zu versorgen. 6.000 Haushalte könnten beheizt werden. In der Brikettieranlage können 35.000 Tonnen Holzbriketts pro Jahr hergestellt werden.
Um diese Energiemengen zu produzieren, benötigt man einen Biomassebedarf zwischen 85.000 und 95.000 Tonnen Frischholz. Für das Kraftwerk wird ausschließlich naturbelassenes Restholz aus dem Spessart eingesetzt. Die Brikettieranlage hingegen kann auch unbehandelte Sägereste aus der heimischen Holzverarbeitungsindustrie verwerten.

Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien im bayernhafen Aschaffenburg
Nachhaltigkeit steht beim geplanten Biomasseheizkraftwerk im bayernhafen Aschaffenburg im Vordergrund: Der Rohstoff Holz aus dem heimischen Spessart garantiert kurze Wege, die trimodale Umschlagsanlage im Hafen ermöglicht den umweltfreundlichen Einsatz von Binnenschiff und Bahn und das neue Biomasseheizkraftwerk selbst arbeitet besonders effizient und umweltschonend nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die Verbrennung des CO2 neutralen Rohstoffs Holz spart im Vergleich zu fossilen Brennstoffen jährlich 15.000 Tonnen CO2 ein. Mit dem dadurch erzeugten Strom und der Fernwärme werden Schulen, Haushalte und öffentliche Einrichtungen versorgt. Da nicht die komplette Wärme benötigt wird, wird ein Teil zur Trocknung von Holz- und Sägespänen genutzt. Nach der Trocknung werden diese Späne zu Briketts gepresst, die wiederum ideal zur Befeuerung heimischer Öfen geeignet sind – eine effiziente Nutzung regionaler Energiepotenziale.